Deutschland - Pfalz

Deutschland - Pfalz

Pfalz. „Savoir vivre“ auch auf der anderen Rheinseite. Von deftig bis delikat. Von rustikal bis raffiniert…. „Zum Wohl die Pfalz“! Dieser Slogan der Pfälzischen Weinwerbung passt bestens. Die Winzerorte der Pfalz freuen sich auf durstige Weinfreunde und verwöhnen sie gastfreundlich mit Speis und Trank. Man sagt, in dieser Gegend habe sich durch die lange französische Herrschaft das "Savoir vivre" als Ausdruck bester Lebensart bis heute erhalten. Pfälzer Leber-, Blut- und Bratwurst, der - durch Altkanzler Helmut Kohl auch überregional bekannte - Saumagen, den man im Sommer mit Pfälzer Kartoffeln und im Winter mit Kastanien zubereitet, und natürlich der bekömmliche und überaus leckere Wein laden zur Vesper ein. Oft kennt man als Begleitung dieser deftigen Spezialitäten hauptsächlich den Land- und Schoppenwein, aber in den Hügellagen an der Pfälzer Weinstraße warten wirklich exzellente Rot- und Weißweine darauf, von Ihnen entdeckt zu werden. Auf kalk- und lehmhaltigen Böden, auf Schieferstein oder dem berühmten Rotliegenden wachsen in perfekter Hügellage feinste Rieslinge, fruchtige Dornfelder oder würzige Spätburgunder. Die Pfalz erstreckt sich von dem Gebiet südlich von Worms ca. 80 Kilometer lang bis an die Grenze zu Frankreich und vom Pfälzer Wald bis in die Rheinebene. Die klimatischen Bedingungen für den Weinbau sind perfekt. Trockene, nicht zu heiße Sommer und recht milde Winter sind ideal für die Pfälzer Trauben. Mit jährlich ca. 1.800 Sonnenstunden ist die Pfalz eines der wärmsten deutschen Anbaugebiete. Die Böden bestehen aus Buntsandstein, kalkhaltigem Lehm und Ton, Mergel, Keuper, Muschelkalk, Granit, Porphyr sowie Inseln aus Schieferton. An den Randhügelzonen dominieren Kalkböden.

Wachenheim, Deidesheim, Bad Dürkheim, Bad Neustadt: Wie an einer Perlenkette reihen sich historische Winzerdörfer aneinander. Das Weingut Sankt Annaberg in Birrweiler ist das höchst gelegenste. Dort wachsen feine Rieslinge in bis zu 355 Metern Höhe über dem Meeresspiegel.

Das Anbaugebiet mit über 23.000 Hektar Rebfläche im Bundesland Rheinland-Pfalz ist das zweitgrößte Deutschlands (nach Rheinhessen). Der Name Pfalz (lat. Palatium = Palast) geht zurück auf den Pfalzgrafen des Heiligen Römischen Reiches. Weinbau soll schon von den Kelten betrieben worden sein. Man fand Hinweise darauf in keltischen Gräbern in Bad Dürkheim aus der Zeit 500 v. Chr. Nach wechselvoller Geschichte (Blütezeiten mit den Römern und in der klösterlichen Weinbautraditionen sowie Krisen durch den Dreißigjährigen Krieg und die Reblaus Ende des 19. Jahrhunderts) erlebte die Pfalz ab den 1990er Jahren eine nachhaltige Renaissance, die vor allem innovativen, jungen Spitzenwinzern zuzuschreiben ist. Mit hochwertigen Rieslingen und feinen Rotweinen wie dem Spätburgunder feiert die Pfalz ein bis heute anhaltendes Comeback.

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